Rudergemeinschaft Bottrop

Die doppelte Mosel

Die Mannschaft vor der Regatta-Kulisse. Drei der vier Ruderer nehmen seit über 45 Jahren an den hiesigen Bootsrennen teil

Noch unter dem positiven Eindruck der Teilnahme an einer Langstreckenregatta im Mai in Lüttich setzte der Doppelvierer der Rudergemeinschaft Bottrop seine Saison mit einem Start bei der 74. Regatta um den „Grünen Moselpokal“ fort. Die traditionsreiche Veranstaltung fand wie gewohnt am letzten Septemberwochenende auf der Mosel in Bernkastel-Kues statt und zog zahlreiche Breitensportler sowie ambitionierte Masters-Ruderer aus dem In- und Ausland an.

Die Regatta über eine vier Kilometer lange Strecke gilt als besonders anspruchsvoll: Der Kurs mit einer Wende auf halber Distanz verlangt den Teilnehmenden nicht nur hohe Ausdauer, sondern auch technisches Können, taktisches Gespür und sichere Steuerarbeit ab. Strömung und Flussverlauf stellen dabei jedes Jahr eine zusätzliche Herausforderung dar. Gleichzeitig sorgt die Kulisse der Moselweinberge für eine besondere Atmosphäre, die den Grünen Moselpokal zu einem festen Höhepunkt im Ruderkalender macht.

Der Masters-Männer-Doppelvierer mit Steuermann (MM 4x+ F) der Rudergemeinschaft Bottrop startete am Samstag um 12:33 Uhr in einem stark besetzten Feld von zehn Booten. In der Besetzung Jens Gruetzmann, Gerd Oelerich-Hill, Franz Feikus und Martin Feikus, gesteuert von Sebastian Deppe, zeigte die Mannschaft eine geschlossene und technisch saubere Leistung. Mit einer Zeit von 17:52 Minuten belegte das Team einen hervorragenden vierten Platz. Der Rückstand auf den dritten Rang betrug dabei lediglich drei Sekunden – ein Beleg für die hohe Leistungsdichte in diesem Rennen. Angesichts der kräftigen Strömung zeigten sich die Ruderer mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Besonders der lange Schlussspurt von der Straßenbrücke bis ins Ziel verlangte noch einmal volle Konzentration und Kraft.

Die Mannschaft nach dem Start auf der 4000 Meter Strecke

Ergänzend zum Wettkampf wurde die Regattateilnahme in diesem Jahr mit einer kurzen Wanderfahrt auf der Mosel verbunden. Moselfahrten im Herbst erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit in der Rudergemeinschaft und haben sich zu einer festen Tradition entwickelt. Am Freitag und Sonntag ging es daher zusätzlich in Wanderbooten auf das Wasser. Die sorgfältig ausgewählte Strecke, eine passende Unterkunft sowie gemütliche Abendlokale trugen zur geselligen Atmosphäre bei.

Neben landschaftlichen Eindrücken blieben auch besondere Situationen in Erinnerung: In einer schmalen Bootsschleuse verkeilten sich Bug und Heck zweier Boote, sodass eine Ausfahrt zunächst unmöglich war. Durch das beherzte Eingreifen einer Ruderin, die sich in der engen Situation mutig nach vorne arbeitete, konnten die Boote schließlich voneinander gelöst werden. Zudem zeigte sich einmal mehr, wie anspruchsvoll die Querströmung unterhalb eines Wehres sein kann – ein wichtiger Hinweis für alle, die auf der Mosel unterwegs sind.

Die Kombination aus sportlichem Wettkampf und gemeinschaftlicher Wanderfahrt machte die „doppelte Mosel“ für alle Beteiligten zu einem rundum gelungenen Erlebnis. Mit einem starken vierten Platz beim Grünen Moselpokal und vielen positiven Eindrücken auf dem Wasser blickt die Mannschaft zufrieden auf den Abschluss der Regattasaison zurück.